Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Das Leitbild der deutschen Familienpolitik ist bis heute das modifizierte Alleinernährermodell, bei dem der männliche Partner die Haupterwerbstätigkeit übernimmt, die Partnerin durch Teilzeiterwerbstätigkeit zum Familieneinkommen beiträgt. 43% aller Paare mit Kindern unter 6 Jahren bevorzugen dieses Modell*, das Frauen mit kleinen Kindern eine Erwerbstätigkeit ermöglicht.
Die Bundesregierung hat durch neue Maßnahmen wie die Einführung des Elterngeldes als Lohnersatzleistung, das von jungen Paaren gut aufgenommen wurde, einen fortschrittlichen Beitrag geleistet. Dennoch bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor allem für jüngere Frauen problematisch, da insbesondere attraktive Kinderbetreuungsangebote, die die Grundvoraussetzung für die Erwerbstätigkeit von Frauen sind, nicht ausreichen.
Der Deutsche Frauenring fordert:
- einen strukturellen und qualitativen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen
- eine gleichstellungsorientierte Familienpolitik des BMFSFJ
- die Abschaffung von retraditionalisierenden Anreizen für Geringverdienende
*Bericht der Kommission „Familie und demographischer Wandel“ der Robert-Bosch-Stiftung, S.123 [OECD 2001]


