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"Geschlechterrolle Vorwärts - Gemeinsam in neue Richtungen denken“

Im Januar 2015 startete das Projekt Geschlechterrolle vorwärts – gemeinsam in neue Richtungen denken, das auf dem gesellschaftlichen Dialog basieren sollte, zwischen den Geschlechtern, aber auch zwischen den Generationen.

--- Das Material zum Workshop ---

Das Thema Rollenstereotype betrifft beide Geschlechter und ist somit ein gesamtgesellschaftliches Problem, das zu Benachteiligungen sowohl für Frauen als auch für Männer führt. Die tradierten Rollenvorstellungen in unserer Gesellschaft führen dazu, dass Frauen häufig Zuverdienerinnen sind und die Hauptverantwortung für die Familie tragen und Männer als überwiegende Hauptverdiener weniger Zeit für die Familie haben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für diese heutzutage ein wichtiges Thema, was häufig unterschätzt wird. Viele Männer möchten heute gleichermaßen Verantwortung für die Familie übernehmen wie Frauen, werden darin aber durch traditionelle Leitbilder eingeschränkt, die auch meist in Unternehmensstrukturen verankert sind.

Die Zeit ist also gekommen, dass wir alle einmal aus der Rolle fallen…


Das Projekt – Mannsbilder? Weibsbilder?... Neue Bilder!!

Rollenstereotype gehen uns alle an - Männer und Frauen! In unserer Workshop-Reihe packten wir das Problem dort an, wo es liegt: mitten unter uns.

Eingeladen waren Männer und Frauen jeden Alters, um gemeinsam über bewusste und unbewusste Muster zu diskutieren. In interaktiven Workshops wurden zukunftsgerichtete Modelle entwickelt. Das Ziel war, sich gegenseitig zu verstehen und neue Perspektiven einzunehmen. Oder anders gesagt: Der Fokus lag auf dem Miteinander. Es ging nicht darum, dass Frauen sich für Frauenthemen einsetzen und damit den männlichen Interessen gegenüberstehen. Vielmehr wurde durch die Workshops ein gemeinschaftlicher Umgang mit Geschlechterthemen entwickelt. 

Insgesamt stießen die im Jahr 2015 bundesweit durchgeführten Workshops auf eine positive Resonanz. Die Teilnehmenden schätzten das Konzept und die Zusammensetzung aus Frauen und Männern aller Generationen sowie die interaktive, sensibilisierende Methodik. Das Team der Workshop-Leiterinnen stellte sich flexibel auf die jeweilige Zielgruppe ein.

Die Fortsetzung im Zeitraum von Januar-März 2016 war dem Deutschen Frauenring durch die großzügige Kooperation mit dem Potsdamer Verein Frauenaspekte e.V.  als  Partnerin möglich. Zusammen investierten wir in den Abbau der alten Geschlechterrollenstereotype.

Inhalte unserer Workshops waren…

...eigene Rollen und Muster
...neue geschlechtergerechte Familienbilder
...ein Perspektivenwechsel
...und zukunftsgerichtete Rollenbilder in allen Lebensbereichen.

Die Ergebnisse und Workshop-Anleitungen wurden in einem Handbuch zusammengefasst und sind als Download verfügbar.

 

Projektausklang Geschlechterrolle vorwärts - ein voller Erfolg!

Im mit etwa 80 TeilnehmerInnen gut besuchten Basecamp eröffnete Gudula Hertzler-Heiler vom Präsidium des Deutschen Frauenringes (DFR) am 20.11.2016 um 18 Uhr die Veranstaltung. Sie rekapitulierte kurz die Entstehung und den Verlauf des Projektes und ordnete es in die politische Ausrichtung des DFR ein. Hierbei hob sie drei Bausteine des Verbandes hervor: den Kampf gegen weibliche Altersarmut, für Lohngleichheit und gegen Geschlechterstereotype, welche noch immer eine ideelle Grundlage für Ungleichheiten in unserer Gesellschaft darstellen.

Frau Dr. von Bassewitz, Leiterin des Referates „Teilhabe und Medien“ widmete sich anschließend der Frage, inwiefern die (eigentlich privaten) Stereotype in staatliches Aufgabenbiet fallen. Sie verwies dabei auf die auch für deutsches Gesetz bindende Frauenrechtskonvention CEDAW, in der u.a. Maßnahmen gegen Genderstereotype festgeschrieben seien. Auf dieser Basis unterstütze ihr Ministerium u.a. Projekte wie Pink Stinks und initiierte die Girls‘ bzw. Boys‘ Days zur nicht-stereotypen Berufsorientierung. Daher sei sie auch glücklich gewesen, mit dem Projekt „Geschlechterrolle vorwärts“ die Diskussion zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen in verschiedenen Regionen des Landes unterstützen zu können.

Anschließend gaben die beiden Projektleiterinnen Steffi Barthel und Liselotte van den Anker die Inhalte und Ergebnisse der Workshop-Reihe wieder. Der gewählte Ansatz sowie die Seminar-Konzeptionierung erwiesen sich als sehr fruchtbar und erfolgreich in der Umsetzung.

Bernard Könnecke stellte als Geschäftsführer des Institutes Dissens dessen Versuch dar, aus der Perspektive von Männern gesellschaftliche und Geschlechterverhältnisse aus profeministischer Perspektive zu beforschen sowie daraus Bildungsangebote zu konzipieren und umzusetzen. Das offene Konzept der Workshop-Reihe sei für Dissens, das sonst mit konkreten Akteurs- und Multiplikator*innen arbeite, besonders herausfordern und spannend gewesen.

Dass auch die jüngere Generation sich kritisch mit einengenden Stereotypen und Rollen befassen, stellten die beiden jungen Frauen Helene und Coco eindrücklich dar: die beiden Schülerinnen sind Mitherausgeberinnen des Mädchen-Jahreskalenders. Dieser zielt auf ein Gegenangebot zu den üblichen, klischeebeladenen Jugend- und Mädchenzeitschriften.  
Wie wirken mediale Geschlechterstereotypen auf die Berufswahl von Jugendlichen aus? Dies hat Dr. Marion Esch mit Bezug auf MINT-Berufe untersucht und zeigte, dass Wissenschaft im Film überwiegend männlich codiert ist und von Männern ausgeübt wird. Mit diesen und ähnlichen Bildern, die zumindest den deutschsprachigen Medienraum noch immer dominierten, strukturierten auch naturwissenschaftlich begabte Mädchen und junge Frauen ihre Erwartungen an sich selbst. Die Folge sei mangelndes Selbstvertrauen, entweder in ihre Fähigkeiten oder (nicht ganz unrealistisch) ihre Chancen in diesen Bereichen, mit denen sie ihr Berufswahlspektrum einschränken. Dennoch, so Frau Dr. Esch, seien gerade im US-Fernsehen mit den „Simpsons“ oder „Big Bang Theory“ Serien entstanden, die gekonnt und oft wirkungsvoll mit den Stereotypen und auch gegen sie spielten.

Der Video-Blogger Tarik Tesfu („Gender-Krise“) moderierte den abschließenden Talk unter dem Titel „Typisch Frau, typisch Mann? – Gibt’s das überhaupt?“.

--- Das Material zum Workshop ---

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