PM 02/09

Der Deutsche Frauenring e.V. fordert wirksame Initiativen zum Abbau von Rollenstereotypen

Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern lassen sich zurückführen auf beharrliche Rollenstereotype und traditionelle Einstellungen gegenüber Frauen, die die Lebenswirklichkeit in Deutschland weiterhin prägen. Deutschland hat sich als Vertragsstaat der UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW) verpflichtet, geeignete Maßnahmen zum Wandel von Rollenmodellen zu ergreifen.

06.03.2009

Unterschiedliche Karriere- und Verdienstchancen, Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen, unterbrochene Berufskarrieren, ein hoher Anteil an Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung führen zu großen Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen und zu einem erhöhten Armutsrisiko im Alter. Frauen sind in politischen Ämtern weiterhin unterrepräsentiert. Eine traditionelle Aufgabenverteilung in den Familien weist Frauen den Hauptteil der Kindererziehungs- und Pflegeaufgaben zu. Geschlechterstereotype Einstellungen und Verhaltensmuster liegen diesen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zugrunde und erhalten sie beharrlich aufrecht.

Der Deutsche Frauenring fordert die Bundesregierung zum Internationalen Frauentag am 8. März auf, zielgerichteter gegen Rollenstereotype aktiv zu werden, indem sie einen breiten gesellschaftlichen Diskurs über diskriminierungsfreie, egalitäre und partnerschaftliche Rollenmodelle in Gang setzt. Wir verweisen auf das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Art von Diskriminierung der Frau (CEDAW). In Artikel 5 verpflichten sich die Vertragsstaaten, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, „um einen Wandel in den sozialen und kulturellen Verhaltensmustern von Mann und Frau zu bewirken, um so zur Beseitigung von Vorurteilen sowie von herkömmlichen und allen sonstigen auf der Vorstellung von der Unterlegenheit oder Überlegenheit des einen oder anderen Geschlechts oder der stereotypen Rollenverteilung von Mann und Frau beruhenden Praktiken zu gelangen“. Als Mitglied der Allianz von Frauenorganisationen Deutschlands hat der Deutsche Frauenring im CEDAW- Alternativbericht 2008 darauf hingewiesen, dass eine konsequente Gleichstellungspolitik Voraussetzung für die Überwindung von Rollenstereotypen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Medien ist.

Eine große Rolle in der Vermittlung von Rollenmodellen spielen die Medien, die dazu angehalten werden müssen, zum Abbau von Rollenstereotypen beizutragen. Die Einführung einer Frauenquote bei der Besetzung von Führungspositionen in den Sendeanstalten wäre hilfreich. Wir fordern weiterhin die Einrichtung einer unabhängigen Kontrolle außerhalb des Werberats zur Eindämmung weit verbreiteter sexistischer Werbung sowie hohe finanzielle Sanktionen gegen sexistische und rassistische Werbung.

Dabei beziehen wir uns ausdrücklich auf die Abschließenden Bemerkungen zum 6. Regierungsbericht der Bundesrepublik Deutschland vom 10. Februar 2009, in denen der CEDAW-Ausschuss die deutsche Regierung auffordert, mehr proaktive und nachhaltige Maßnahmen zum Abbau überkommener Rollenstereotype und diskriminierender Vorstellungen über die Verantwortungsbereiche von Frauen und Männern sowie über stereotype Bilder von Migrantinnen zu ergreifen.

PM 02/09 (pdf)

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