Sexistische Werbung

Sexismus wird allgemein verstanden als die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts, wozu auch kulturell bedingte Geschlechterrollen und Stereotype von Weiblichkeit und Männlichkeit zählen. In der Werbung bezieht sich Sexismus auf die Darstellung von geschlechterbezogenen Vorurteilen und Verhaltensweisen, die eine Personengruppe gegenüber einer anderen sozial abwerten, sowie die Reproduktion der Zweigeschlechtlichkeit. Die Abwertung von Frauen in der Werbung stellt aus menschenrechtlicher Sicht eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts dar.

Nach wie vor ist sexistische Werbung ein gravierendes Problem der stereotypen Darstellung von Frauen in deutschen Medien und im öffentlichen Raum. Der Deutsche Werberat verzeichnete laut der veröffentlichten Arbeitsbilanz 2013 eine erhöhte Anzahl von 1350 Beschwerden, kritisierten Werbekampagnen sowie Protesten gegen das Frauenbild in der Werbung. Erfreulicherweise kamen rund 30 Prozent dieser Beschwerden von Männern.

Werbung erregt in der Gesellschaft Aufmerksamkeit und regt die Konsumbedürfnisse der Bevölkerung an. Hierbei werden Bilder und Ideale verbreitet und gleichzeitig Werte, Verhaltensmuster sowie Orientierungen vermittelt, die Gefühle und Lebensstile maßgeblich prägen. Dafür nutzt Werbung verständliche und für jeden zugängliche kulturelle Zeichen, die das Bild von Männern und Frauen bewusst und unbewusst prägen und dem man sich kaum entziehen kann.

In Anbetracht der männlichen Dominanz innerhalb des Entscheidungsgremiums des Werberates erachtet der Deutsche Frauenring zur Eindämmung sexistischer Werbung eine genauere Definition, welche Werbung als sexistisch einzustufen ist, als erforderlich. Hierzu sollten bestimmte Kriterien festgelegt werden. Zudem erachten wir eine unabhängige Institution außerhalb des existierenden Deutschen Werberates, der nur für die Wirtschaft zuständig ist, für dringend erforderlich.

 

Der Deutsche Frauenring engagiert sich deshalb für:

  • Verurteilung von Gewaltdarstellungen, sexistischen Darstellungen und Verunglimpfung von Frauen in den Medien sowie für alternative weibliche Rollenbilder
  • objektive Berichterstattung und die Intensivierung eines kritischen Umgangs mit Werbung und Medien sowie darin vermittelten Idealen, Werten und Rollenbildern
  • Einführung von Frauenquoten zur Besetzung von Führungspositionen in Sendeanstalten, um auf öffentlich-rechtliche Medien einzuwirken
  • Einrichtung einer wirksamen unabhängigen Kontrolle außerhalb des Werberats zur Unterbindung sexistischer Werbung

 

Februar 2014: Ein Shirt der Adidas-T-Shirt-Kollektion zur WM 2014 in Brasilien zeigte eine Frau im Bikini neben der Aufschrift "Lookin' to Score" – "Ich will ihn reinmachen". Nach Sexismus-Vorwürfen zieht Adidas seine Kollektion zur Fußball-WM in Brasilien zurück:

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Informationsmaterial

Unseren Flyer "Gegen Sexismus - Sprache und Bilder prägen Bewusstsein" informiert Sie über das Problem sexistischer Strukturen in unserer Gesellschaft. 

Gerne können Sie diesen Flyer auch als Hard-Copy in unserer Bundesgeschäftsstelle bestellen. 

 

 

22.04.2016 DFR begrüßt die Gesetzesinitiative von Heiko Maas gegen geschlechterdiskriminierende Werbung

Der Berliner Tagespiegel hatte dazu auf seiner Meinungsseite am 13.4.2016 einen Kommentar von Arno Makowsky abgedruckt, der sich gegen weitere Bevormundung und den Versuch einer "Geschmackspolizei" aussprach. Der Deutsche Frauenring hat dem Kommentar mit einem Leserinnenbrief widersprochen,

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08.07.2014 Großer Erfolg für DFR-Protest gegen die Sky-Werbung

08.07.2014 Großer Erfolg für DFR-Protest gegen die Sky-Werbung

Sky Deutschland fühlt sich dem Jugendschutz verpflichtet und wird den kritisierten Werbespot nicht mehr ausstrahlen. Eine Verwendung des Spots ist auch für die Zukunft nicht geplant. Wir freuen uns sehr über diese Rückmeldung von der Geschäftsleitung des Senders.

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20.05.2014 Werberat lehnt eine Beanstandung der Sky-Werbung aus uns unverständlichen Gründen ab

Die Begründung kann dem veröffentlichten Antwortschreiben des Werberates entnommen werden.

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Deutscher Frauenring beteiligt sich an Demonstration am Brandenburger Tor

Deutscher Frauenring beteiligt sich an Demonstration am Brandenburger Tor

PinkStinks hatte zu einer Demonstration gegen Sexismus in der Werbung aufgerufen, der einige DFR-Frauen gern gefolgt sind.

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